AnikasAmerikaHerz

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Barnes & Noble vs. Thalia

USAPosted by Anika Tue, May 22, 2018 13:41:56


Barnes & Noble. Wer kennt es? Wer liebt es so wie ich? Die größte Buchhandlungskette in Amerika.

Den Buchhandlungen auf der Welt geht es nicht gut. Der Onlinehandel boomt. Bücher werden online bestellt, geliefert, Ebooks werden gekauft, heruntergeladen oder gleich in Onlinestreamingdiensten gelesen.

Amerika und Deutschland sind für mich irgendwie immer unterschiedliche Planeten. So auch beim Thema Buchhandlung. Der Buchladen der Amerikaner heißt Barnes & Noble und unsere Kette hier heißt Thalia.

Was machen diese Unternehmen, damit sie nicht weitere Läden schließen müssen oder in Zukunft ganz von der Bildfläche verschwinden?

Barnes & Noble ist innovativ. Neben WLan und Toiletten im Geschäft (was in Amerika eh Standard und Pflicht ist), ist seit 1993 Starbucks in den Läden integriert. Man darf auch Zeitschriften und Bücher vor Ort lesen und es sich gemütlich machen.

Gemütlich machen kann ich es mir hier bei Thalia nicht. Da gibt es weder ein Cafè noch irgendetwas sonst. Gibt es überhaupt WLan im Geschäft? Mir fällt es partout nicht ein. Gibt es ein Sofa? Eine Ecke? Stühle? Nope.

Barnes & Noble weiß natürlich auch, dass sie immer up to date bleiben müssen und auch Starbucks in den USA nicht mehr das ultimative Lockmittel für ihre Kunden ist. Nice to have. Aber reicht das in Zukunft? Was macht Barnes & Noble?

Richtig, sie entwickeln sich weiter, mit einem Restaurant-Konzept. Im diesem Jahr wurden bereits in 5 Buchläden, das hauseigende Restaurant „kitchen“ integriert. Ja, man speist umringt von Bücherregalen, mit richtiger Bedienung und echtem Essen für Breakfast, Lunch und Dinner.

Zurzeit läuft es gut an, aber das Jahr ist ja auch noch nicht um. Die Boulevardpresse und sogar eine „Meinung“ von der New York Times prognostizieren dennoch bereits das Ende von Barnes & Noble. Man weiß es nicht. Es wird sich zeigen. Aber Barnes & Noble versucht immer up to date zu bleiben. Bücherverkaufen allein, reicht schon lange nicht mehr aus, dass haben sie begriffen.

Und was tut Thalia? Entschuldigt: Nichts. Im meinen Augen nichts. Die Läden sind nett und man kann als Frau mal hineingehen und gucken. Aber innovativ? Ein Kerzentisch, Grabbeltisch, Fitzektisch, Jahreszeitentisch und der Rest sind viele Promibücher.

Selbst die Sprachabteilung, in welcher ich früher gern stöberte, ist mit der Zeit abgespeckt. Kunden in den Laden ziehen? Drinnen behalten? Ich sehe keinen Grund, warum ich mich in einem Thalia länger aufhalten sollte als nötig. Es gibt kein Sofa, keinen Kaffee, kein Restaurant, ich weiß nicht. Es gibt nichts außer ein paar Bücher. Das ist ja für den Moment ganz nett, aber reicht das (noch) für die Zukunft am Markt?

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten USA-Urlaub, wo ich hoffentlich das Restaurant von Barnes & Noble besuchen kann.